Résumé Reise 2014/15

Ich wollte ja möglichst schnell résümieren, möglichst frisch, zwischenfallslos und so. Jetzt scheint mir alles schon ein bisschen vertrocknet, ein bisschen lange her, ein bisschen weit weg. Ich habe mir die Résumerei ganz fest vorgenommen, obwohl ich ja weiss, dass Vorsätze grundsätzlich ein Problem mit mir haben und alles dafür tun, dass ich sie nicht Umsetzte. Vorsätze sind hinterlistige Schweine. Dieses Mal war da die Magendarmgrippe, kurz nach Ankunft. Kind, Mann und ich eine unschöne Sache, mehrlagig Erbrochenes, man stelle sich das vor (kann man sich das vorstellen?), sowas geht auch nur mit Kind und Mann, mitternächtliche Putzorgien und verspritze Wände. Kaum erholt von diesen Strapazen warf uns eine Erkältung zurück ins Bett. Wir haben also unsere ersten zwei Wochen in der Schweiz vorwiegend liegend, hängend und leidend verbracht.

Aber nun: voilà – nimm das, Vorsatz.

RÉSUMÉ

Hätten wir das mit der Planung ein bisschen seriöser gehandhabt und mehr als „Windeln in Kap Verden“ und „Wind in Kap Verden“ in Suchmaschinen eingetippt, wären wir nie auf diesen Inseln gelandet. Das muss ich eingestehen, auch wenn es mir schwer fällt. Ich bin eine leidenschaftliche Vertreterin von planlosem Reisen, da ich der romantischen Ansicht bin, dass sich die wirklichen Kleinode nur durch Zufall finden lassen. So wie in Mexiko. Kolumbien. Nicaragua. Kuba. Griechenland. Peru. Holland. Spanien. Ecuador. Und Argentinien natürlich.

Kap Verden eignet sich nicht für Backpackreisende wie uns (es wäre sehr oberflächlich jetzt an unseren Rollkoffer und den Kitebag in Sarggrösse zu denken und womöglich zu grinsen – wir backpacken im Herzen, mit Herz und vorallem musste auch das Kind „gebackpackt“ werden- wie auch immer, Sie verstehen sicher was ich meine).  Die Inseln sind für Individual-reisende und besonders auch Länger-reisende nicht zu empfehlen, da es ganz einfach an geeigneten und preiswerten Unterkünften fehlt.

Was uns sehr gut gefallen hat:

– die Kinderfreundlichkeit der Einheimischen

– die Wärme, das Meer

– als Familie zu reisen, zu erfahren, wie wir als Familie funktionieren wenn wir „nur“ uns haben

– viel Zeit haben, wenig müssen, unterwegs sein usw.

– mit wenig zufrieden zu sein (im Sinne von wenig Wasser, wenig Auswahl von Lebensmitteln, wenig Kleider, kein Internet, keine Waschmaschine usw).

– Begegnungen und daraus entstandene Freundschaften

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Was uns weniger gut gefallen hat:

– die grösstenteils wüstenhafte Landschaft

– allgemein gibt es nicht all zu viel zu sehen

– die leeren Häuser auf Dauer

– die chronischen Rückenschmerzen des Mannes, eine Belastung für alle und sicher einer der grössten Gründe für unsere frühzeitige Rückkehr

– das Essen mit der Zeit (ja wir sind verwöhnt hier)

– Streitereien natürlich

– das Gefühl der Resignation und Reiseübermüdung

– es hat sich immer befremdlich angefühlt, auf unwirtlichem Land zu leben

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Empfehlungen

Strandferien, insbesondere mit Kindern, verbringt man am Besten auf der Insel Santiago in Tarrafal – windgeschützt und hübsch. Zusätzliches Plus: Santiago hat einige wenige „grünliche Tälerchen“ in denen es sich gemütlich wandern lässt

– Für Kultur- oder Wanderferien nach Sao Vicente und von da mit der Fähre nach Santa Antao (obwohl, ich finde ja, wer wandern will, der komme in die Schweiz)

– Für Kiteferien nach Sal, ist zwar schon recht voll aber sehr weitläufig. Wer nicht unbedingt direkt vor den Kiteschulen fahren will/muss, findet mehr als genug Platz auf dem Wasser. Die Windstatistik ist wunderbar – wir waren ab Ende Dezember bis Anfangs Februar dort und hatten in fünf Wochen genau 4 Tage ohne Wind. Boa Vista könnte auch interessant sein, momentan gestaltet sich der Weg zu den guten Spots noch etwas mühsam. Sao Vicente empfehlen wir weniger – hier kann man nachlesen warum.

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(Kite beach in Sal)

 Absolutes Superding im Rucksack

– Fräulein Hübsch (Tragehilfe)

Absolutes Unding im Rucksack

– der KNOW-HOW Reiseführer „Cabo Verde“ (2013) von Pitt Reitmaier und Lucete Fortes. Soviel Überheblichkeit und Übertreibung gepaart mit falschen Informationen ist uns noch nie unter die Augen gekommen. Wirklich wahr.

Schlusswort

Reisen mit Kind ist logischerweise anstrengender als Reisen ohne Kind. Schliesslich ist Leben mit Kind auch anstrengender als Leben ohne Kind. Aber das interessiert mich nicht -.Wir wollen wieder und wieder – denn wir drei, wir waren das Glück unserer Reise, ganz egal wie unglücklich die Route gewählt war. Und wahr ist, dass das Kind so manche Brücke geschlagen hat, zwischen den Welten, die wir Erwachsene nie hinbekommen hätten. Einfach, weil es ein Kind ist. Weil Kinder wunderbar sind. Weil das Leben mit Kindern wunderbar ist.

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