Ode an die Sonne

Guten Tag

Ich versuche mich hier mal als Gastautor. Meine Frau hat gesagt ich darf das „dann mal“ machen. Heute ist dieser Tag und ich hoffe sie wird mir nicht böse sein, dass ich das „dann mal“ gleich eigenständig mache (und auch ihre Passwörter in den zwei Jahren Ehe auswendig gelernt habe). 

Wir alle denken es gibt die eine Sonne. So auch ich.

Wir alle wissen, dass sie jeden Tag auf- und untergeht. Sollte sie auch nicht sichtbar sein, wissen wir von ihrer Anwesenheit. Sie spendet Kraft und ist eine Voraussetzungen für Leben, hier und überall.

Es gibt eine Sonne und dabei vergessen wir manchmal die zehntausend Sonnenuntergänge, die sie uns schenkt. Diese ähneln sich und überraschen uns immer wieder von neuem mit ihrer Andersartigkeit. Wer, wie ich, die Chance hat ziemlich viele Sonnenuntergänge zu beobachten, wird merken, wie stark sie sich voneinander unterscheiden. Sie können kalt sein oder warm, hell oder dunkel, klar oder verschleiert, laut oder leise. Sie riechen nach Milch in der Flasche, nach See, nach Fisch, nach Bier, nach Tabak und gar zu oft nach Frittenöl.

Ich liebe es einige Minuten im letzten Licht der Tage zu verbringen. Es ist der Moment in dem ich mich sein lassen kann. Ein Moment der Entspannung, ein Moment in welchem die Zeit zu rasen scheint, wenn die Sonne sich von den Reben des Vully schon wieder Richtung Neuchatel davon macht. Ein Moment der sich zeitlich meinem Espresso anpasst. Ein Moment der tausend Farben. Farben die Zeit mit Leben füllen. Ein Moment im Einklang mit den Jahreszeiten.

Frühling

Stahlblau und kalt im Frühling. Das Schilf noch tot vom Winter. Die klugen Vögel noch im Süden, wartet alles aufs Erwachen. Es sind Momente der Ruhe, die an Zweisamkeit erinnern. Du und ich und dieser Moment der nach mehr reicht.

Sommer

Orange und heiss im Sommer. Alles lebt, alles klingt. Überall Stimmen und überall so viel Leben, dass die Nähte zu platzen scheinen. Es sind Momente der Aufregung. Momente des Überflusses. Momente in denen ich mich zu dir zurückziehe und deine Stille mir alles sagt.

Herbst

Rot bis violett im Herbst. Kalt bis warm ist alles möglich. Du zeigst mich dir in deiner ganzen Pracht. Vom Himmel bis zum See scheint alles in Flammen zu stehen. Der Sturm ist vorbei, unsere gemeinsamen Momente werden öfter und das Jahr neigt sich dem Ende zu. Es riecht nach Aufbruch und nach mehr. Du machst mich süchtig.

Es gibt die eine Sonne. Es gibt die eine Frau, mit der an meiner Seite ich mein Leben teilen will. Zehntausend Sonnenuntergänge können mein Glück nicht beschreiben.

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3 Gedanken zu “Ode an die Sonne

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