Fussblick bei 40

Fussblick bei 40

Da liegen so viele Wochen zwischen gestern und heute. Wo ist die Zeit nur hin? Da war eine Heimreise, ein Ankommen, ein Einnisten, ein grosses Wiedersehen, ein stetig wachsender Bauch. Schnee, Kälte und Krankheit – es scheint sich jährlich zu wiederholen.

Und da sind wir nun, unter verschneiten Dachfenstern, in wohliger Wärme und warten. Gemeinsam und doch jeder ein bisschen für sich  – aber alle auf dasselbe: Dich.

Das Kind ist anhänglich wie nie zuvor, ist weinerlich und fordernd. Manchmal sitzen wir da, halten uns fest, plaudern und es fühlt sich ein bisschen nach Abschied an. Dann möchte ich weinen.

Der Mann behandelt mich manchmal wie ein rohes Ei. Ich fühle mich oft als solches.

Die letzten Tage sind brüchig.

Horche in meinen Körper hinein und registriere jedes Ziepen und Ziehen und Krampfen. Ich warte sehnsüchtig auf den Schmerz, diesen Schmerz, von dem ich sicher war, ihn nie mehr fühlen zu wollen. Doch nun scheint er so belanglos im Vergleich zu dem, was er schenkt.Du liegst in der Luft und ich weiss, Du trägst meinen Lieblingsduft. Es wird so schön sein neben Dir zu sein.

Da liegen die letzten Stunden zwischen heute und morgen.

Und dieses morgen schenkt uns eine neue Welt.

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8 Gedanken zu “Fussblick bei 40

  1. Was für ein wundervoller Text. Ich komme seitdem immer wieder hierher um ihn zu lesen und mich an unsere Geburt vor mittlerweile 6 Monaten zu erinnern. Ich wünsche Euch von Herzen alles Gute!

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