1

Résumé Reise 2014/15

Ich wollte ja möglichst schnell résümieren, möglichst frisch, zwischenfallslos und so. Jetzt scheint mir alles schon ein bisschen vertrocknet, ein bisschen lange her, ein bisschen weit weg. Ich habe mir die Résumerei ganz fest vorgenommen, obwohl ich ja weiss, dass Vorsätze grundsätzlich ein Problem mit mir haben und alles dafür tun, dass ich sie nicht Umsetzte. Vorsätze sind hinterlistige Schweine. Dieses Mal war da die Magendarmgrippe, kurz nach Ankunft. Kind, Mann und ich eine unschöne Sache, mehrlagig Erbrochenes, man stelle sich das vor (kann man sich das vorstellen?), sowas geht auch nur mit Kind und Mann, mitternächtliche Putzorgien und verspritze Wände. Kaum erholt von diesen Strapazen warf uns eine Erkältung zurück ins Bett. Wir haben also unsere ersten zwei Wochen in der Schweiz vorwiegend liegend, hängend und leidend verbracht.
Weiterlesen

1

Le vent nous portait 4

Der letzte Eintrag liegt schon eine Weile zurueck – wir haben viel erlebt und vorallem auch viel gelebt. Es zieht mich momentan nicht so sehr ins Internet. Wir verbringen die Tage draussen, am Strand, im Sand oder auf dem Wasser. Begegnen Schildkroeten, Flugfischen, Kindern und Erwachsenen und uns selbst. Kaufen frischen Fisch am Steg, grillieren am Meer, mischen Sprachen, tauschen Gedanken und Geschichten.

SAM_3785 SAM_3778
Weiterlesen

6

Besuch vom Nikolaus

Wir wohnen in einem ehemaligen Restaurant – schon wieder ein riesiges Haus fuer uns allein – dieses Mal jedoch alles andere als leer.Wir koennten an die 100 Gaeste bewirtschaften, wir haben Tische, Baenke, Teller, Glaeser und einen gigantischen Gaskocher.Das Problem ist nur, dass es keine Menschen hat. Baia das Gatas ist eine Geisterstadt, ausser uns leben da noch vier Familien und ein paar Drogenabhaenige. Am Wochenende werden Touristen in Bussen angekarrt und die beiden Restaurants am Strand erwachen kurz zum Leben und von irgendwo kommt sogar eine Liveband, die dann fuer eine halbe Stunde spielt. Dann ist es wieder tot. Meer, Wellen,Hunde und wir.

Auf den Wind mussten wir eine ganze Weile warten. Als er dann endlich da war, bekamen wir Besuch vom Nikolaus. Ein paar Tage zu spaet, durchs Fenster anstatt durch den Kamin und leider nahm er auch mit, anstatt zu schenken. Kurzum, wir sind nun Laptop-los. Das ist schade, schade um all die verlorenen Texte und Bilder. Bloggen wird nun auch schwieriger und seltener.

Ausserdem mitgenommen hat er: einen Neoprenanzug, ein Pack Windeln, ein Kilo Orangen und Feuchttuecher.

Ich sitze in einem Internetcafe in der grossen Stadt, vor uraltem Pc, merkwuerdiger Tastatur und der Besitzer schaut sich einen spanischen Horror-Gebruell-Film an. Ich bin alles andere als inspiriert.

6

Die Hausbesetzer

Wir fuhren mit der Tante nach Tarrafal, ein gemütlicher, schmucker kleiner Ort mit hübschem Strand, denn die Tante, frisch der schweizerischen Kälte entkommen, wünscht sich nichts mehr als Meer und Sonne.

Wir erwischten ein romantisches Aluguer und wurden zwei Stunden lang mit backstreetboyschen Balladen beglückt. Wenn die Tante und ich gemeinsam reisen wird’s früher oder später immer spannend. Darum, und weil wir uns sehr mögen, verreisen wir ausgesprochen gerne zusammen.

Weiterlesen

4

Es trotzkopft

Nach einer kurzen Nacht in Praia und dem Wissen um baldige Rückkehr, machten wir uns auf den Weg an die Ostküste. Es gibt Sammeltaxis „Aluguers“, das sind Kleinbusse im VW-Bus Format, welche verschiedene Zielorte haben und losfahren, sobald sie überfüllt sind voll sind. Nachdem wir uns zu Fuss hilflos verirrt haben, nehmen wir ein Taxi zum „Sammeltaxibahnhof“. Das ist eine Strasse von Kleinbussen, Menschen und Essensständen überlagert. Es ist laut, hektisch und riecht nach Abenteuer, ich grinse glückselig, der Mann wird etwas bleich um die Nase, das Kind schaut mit grossen Augen. Alles geht rasend schnell, der Taxifahrer schreit unseren Zielort, junge Männer galoppieren schreiend und deutend neben unserem Auto her, plötzlich ein abrupter Stopp, die Tür wird aufgerissen, wir werden in ein Aluguer verfrachtet, als ginge es um Leben und Tod, als sei jede Sekunde weiss ich nicht was wert. Unser Kitegepäck wird kurzentschlossen auf das Dach gebunden, ich quetsche mich mit Kind auf dem Schoss neben eine andere Mutter, meine halbe Pobacke findet sogar Platz auf dem Sitz. Der Mann sitzt irgendwo weiter vorne, ich zähle 16 Personen.
Weiterlesen