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Herbstliche Aufbruchsstimmung

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Dieses Jahr habe ich den Herbstanfang ganz bewusst wahrgenommen. Er kündigte sich an einem späten Augusttag an, fegte in einem wilden Sturm über den See und brachte erste kühle Strömungen mit. Da roch ich ihn zum ersten Mal. Und mit ihm kam dieses Gefühl von baldigem Aufbruch. Nun sind die Bäume schon beinahe kahl, der Campingplatz liegt im Winterschlaf und wir packen gemütlich unsere sieben Sachen.

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Anfangs Jahr sahen unsere Reisepläne viel kühner aus, nun machen wir eher kleine Schritte. Unser Ziel liegt irgendwo in Andalusien, und morgen machen wir uns auf, es zu suchen. Mit Camperbus „Bonzo“ und drei Monate Zeit im Gepäck. Zeit für uns. Dieses Jahr ist alles ruhig und gemütlich.

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Letztes Mal sah das anders aus klick.

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Mein Koffer und ich

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Mein kleines Köfferchen und ich verreisen ganz allein. Das löst gemischte Gefühle aus – einerseits freue ich mich auf die Freiheit, auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen und mich um niemanden zu kümmern, durchzuschlafen, auszuschlafen – kurzum auf alle Vorteile von kinderlosen Urlaubern. Ich GLÜCKLICHE.

Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich morgen Rotz und Wasser heule, wenn ich das Kind verabschiede. In eineinhalb Jahren hat es keinen einzigen Tag gegeben, an dem ich es nicht gesehen habe (und sei es nur schlafend im Bett). Und jetzt gleich eine Woche. Ich mag mir die Lücke gar nicht vorstellen. Werde ich noch etwas anderes als Lücke sein?

Der letzte Tag ist mühsam und schwer, das Kind hat unglaublich schlechte Laune und hängt an mir wie die Bienen am Honig.

Ich will ihr heute noch süssester Honig sein… und dann loslassen…ein bisschen…zum ersten Mal…

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Los!

Ich juhu-biliere. Nach 1 Stunde und 28 Minuten (und ganze drei Tage vor Abreise) war es vollbracht:

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15,8kg für mich UND das Kind. Ich juhu-biliere erneut.

(meine Schwiegereltern haben ihre schöne Stube zwischenzeitlich an mich und meine Packwut abgetreten. Sie haben für diese paar Tage Stunden vorwiegend in der Küche gelebt. Dabei wär das gar nicht nötig gewesen. Mich hätte es nicht gestört, hätten sie sich auf,neben oder in meinem Koffer und dessen etwaigen Inhalt aufgehalten)

Seit ich des Packens Frau geworden bin, bin ich die Hindukuh der Hindukühe.

Jetzt hühnert nur der Mann noch ein bisschen, und das Kind schlägt sich die Nächte um die Ohren. „So soll es sein, denn wer braucht schon Schlaf, wenn er alsbald durch die wunderschönen Gefilde dieser Erde wandeln kann?“ – spricht die Kuh  und käut genüsslich wieder.

Morgen fliegen wir.

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Fertig,

In knapp einer Woche fliegen wir nach Kap Verden.

Meine Fingernägel sind abgenagt, meine Gesichtshaut hat Pickel erschaffen, wie sie es seit mindestens zehn Jahren nicht hingekriegt hat. Ich renne wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend und fühle mich irgendwie in die Stilldemenz zurückversetzt. Schreibe Packlisten im Kopf und manchmal auch auf Papier und verliere sie alle wieder. Ich träume von Feuchttüchern,Windeln,Sonnenbrand,Übergepäck, schlimmen Krankheiten, bösen Tieren (Platz 1 den Haien), von Flugzeugabstürzen, Entführungen und ja, sogar von Scheidungen.
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Achtung,

In ungefähr zwei Wochen fliegen wir nach Kap Verde. Wir, das sind das Kind,mein Mann und ich sowie schätzungsweise 300kg Gepäck.

In meinem Kopf sind bereits alle Koffer gepackt (der monströse Kitebag existiert gar nicht), der Wohnwagen verwintertauglicht und natürlich ist alles Bestens geplant und durchdacht, schliesslich reisen wir ja mit Kleinkind.

Dasjenige läuft, ist windelfrei,spricht portugiesisch, stopft sich nichts in den Mund und macht ausschliesslich was man ihm sagt.

Faktisch ist noch nichts gepackt, der Wohnwagen ist noch vollgestopft wohnlich eingerichtet und ausser einem Hinflugticket und gültigem Visum haben wir nichts organisiert. Keine erste Übernachtung, nicht einmal ein klitzekleiner Plan. Wir wissen, es ist warm, wir wissen, es hat Wind, wir wissen, es sind Inseln, wir wissen, sie sind bewohnt . Seit kurzem wissen wir sogar, wo sie liegen.

Das Umfeld seufzt „Oje“ und schreit laut „Ebola“.

Aber ey, wir freuen uns.Echt.